Kampf gegen Biopiraterie
»Schutz der indigenen Völker in Chiapas«


Eines unserer Ziele ist es, der ständigen Biopiraterie einen Riegel vorzuschieben. In Chiapas werden Indio-Heiler überfallen, man raubt ihnen ihre jahrelang mühsam zu Papier gebrachten Rezepturen, die ihnen von ihren Vorfahren überliefert wurden. Für große und kleine Konzerne ein Grund, Verbrechen zu begehen, um diese Rezepturen weltweit zu vermarkten. Auf der Strecke bleibt der Indio, ohne Hilfe, ohnmächtig gegenüber der globalen Gewalt.

Unser Anliegen ist, eine Datenbank mit den indigenen Rezepturen anzulegen, denn wenn diese einmal erfasst sind, erübrigt sich meistens ein Raub. Viele unserer Kontaktpersonen haben sich bereit erklärt, mitzuwirken. Denn diese Datenbank kommt allen zu Gute und der Indio-Heiler braucht einen Überfall nicht mehr zu befürchten, wenn bekannt ist, dass seine Rezepturen datenmäßig erfasst sind und diese für ein Honorar zu kaufen sind. Dieses Honorar liegt mit Sicherheit unter der Summe, die einige Konzerne ihren Piraten zahlen und erfordern keinen kriminellen Aufwand.
Anzeige

Yukatán – Die Maya
     Gestern  Heute  Morgen

ein Bericht von Josef Otto
Co-Autoren: Prof. Dr. Gerd Mill,
Dr. med. Dieter Helling

367 Seiten, über 550 Farbfotos
Paperback

zu beziehen über den Buchhandel
und beim

Verlag Beier & Beran
Archäologische Fachliteratur
Thomas-Müntzer-Str. 103
08134 Langenweißbach

www.archaeologie-und-buecher.de
E-Mail: verlagbeier@aol.com

ISBN 978-3-941171-65-7

Preis: 19,90 €
Die Maya - Gestern Heute Morgen

Biopiraterie


Chiapas besitzt mit seiner Pflanzen- und Tierwelt den Garten Eden, ein letztes Refugium, eines der artenreichsten der Welt. Das Pro-Kopf-Wissen der indigenen Bewohner über die Heilwirkung der Pflanzen und der Tiere liegt extrem hoch und dient teilweise als Basis für angehende Mediziner und Heiler.

Diese Sachlage haben die globalen Medizin- und Chemie-Multis schon lange erkannt und versuchen mit allen Mitteln, aus diesem ungeschützten Wissenstopf kostenlos zu schöpfen. Die Notleidenden haben keine Lobby, keiner interessiert sich für einen von einem Ausländer zusammengeschlagenen Indio, der ihm seine dürftigen Unterlagen über seine Heilkräuter rauben will. Zeitungen wie die Welt/Hamburg (der Autor besitzt darüber E-Mails) zeigen kein Interesse an solchen Vorfällen; andere ziehen mit.

Das Plündern wird totgeschwiegen. Die Konzerne geben Millionen von Euros für Inserate bei diesen Medien aus; diese Einnahmequelle will man nicht versiegen lassen. Einem Geier gleich kreisen sie – die Pharmariesen dieser Welt und die von ihnen angemieteten Söldner, durchstreifen plündernd seit den frühen 90er Jahren die indigene Welt auf der Suche nach alten Heilprozessen und ihre Medikation, die man in Schweizer Franken, Euro, Dollar, Rubel oder Yen verwandeln kann.

Ihr Ziel ist es, vorhandene Informationen, natürliche Ressourcen und medizinische Informationen in eigene Patente umzuwandeln. Dies widerspricht jeglichem Denken der indigenen Bevölkerung, „Ihre heiligen Pflanzen“ zu kommerzialisieren und eine Handelsware für Auserwählte (für diejenigen, die Geld haben) daraus zu machen.

Leider – wie so vieles „Schlechte“ dieser Welt – hat auch der Ausverkauf der natürlichen Ressourcen schon lange begonnen. Die Tatsache, dass wir allwissenden und allmächtigen Europäer oder „Menschen“ anderer „zivilisierten Länder“ auch ohne die Pflanzen anderer Kontinente überlebt und vor allen Dingen überlebt haben, sollte uns doch nicht zu Verbrechern machen; bisher ging es doch auch so.

Die indigene Bevölkerung dieser Erde hat vollkommen andere Voraussetzungen zum Überleben als wir, ihr Körper ist nicht der Gefahr von Krankheiten ausgesetzt, an denen wir hier leiden. Aus diesem Grunde haben sie auch einfach keine Allheilmittel gegen Krebs und Impotenz oder sonstige Salonwehwehchen. Was die Zivilisation dringendst benötigt, ist ein anderes Denken; aber dafür gibt es keine Kräuter.